MARKUS R-U-F
MY LIFEBOOK

Schule, oje

Primarschulhaus Burgbach, Zug

ES GIBT SCHÖNERE ERINNERUNGEN, als jene an die Schulzeit. Woher meine tiefe Abneigung gegen die Schule kam, weiss ich auch nicht so genau. Auf den ersten Schultag freute ich mich noch. Auf den zehnten auch noch. Ab dem zwanzigsten waren die Stunden bereits endlos lang. Der dreissigste war schon irgendwie Pflicht und als ab dem fünfzigsten das Lernen begann, war die Sympathie bereits weg. Und dass unsere Lehrerin, Fräulein Moos, gerade vor ihrer Pensionierung stand, machte den Unterricht auch nicht interessanter.

 

Die Methode, Lesen zu lernen, war, die einzelnen Buchstaben logisch zu Wörter zu kombinieren. Also musste jeder Buchstaben erlernt werden. In der Schulstunde mit einer Geschichte (U = ein Kind, das seine Hände in die Luft streckt und seiner davonfliegenden Kappe uuuuh nachschrie) und zu Hause zur Vertiefung mit Hausaufgaben. Auf einer Zeitungsseite musste mit einem Farbstift der gelernte Buchstaben angestrichen werden. Jeden Tag, viele Wochen lang. Es schien mir logisch, dass ich irgendwann eine Seite wählte mit wenig Text: Todesanzeigen. Das alternde Fräulein Moos fand das nicht so lustig und verknurrte mich an einem Mittwochnachmittag zum Nachsitzen. Das bedeutete Höchststrafe für einen sandkasten-verliebten Erstklässer. Meine Mutter fand das ok. Aber mein Feindbild 'Schule' war gefestigt.

 

Dass ich unter diesen Umständen kein brillanter Schüler werden konnte, hat sich bestätigt. Während Jahren wurden unsere Zeugnisse von meinem Vater mit einem der Leistung entsprechenden Geldbetrag belohnt. Meiner fiel stets bescheiden aus, im Gegensatz zu jenem meiner erfolgreicheren Schwestern.

 

Und so quälte ich mich über die Schulstufen. Bis zum bitteren Ende, als ich meinen Lehrbetrieb mit rekordtiefen Noten schockierte! Uiuiui ... da schrillten bei Bossard AG alle Alarmglocken, er sah sein Image als exzellenter Ausbildner in Gefahr! Mit interner, knüppelharter, stundenlanger Nachhilfe wurde mein Wissen auf Prüfungsniveau gehievt. Und es klappte, sogar viel besser als von vielen erwartet! Meinem KV-Lehrer war das egal. Der hatte meine Unterrichtspräsenz aus seiner Wahrnehmung gestrichen... 

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