Ein mystischer Ort

Etang de la Gruère Montfaucon

ES WAR EIN MYSTISCHER MOMENT. Entstanden aus dem Nichts, aber nachklingend bis heute. Sommerferien. Wir wählten unsere Ferienorte nach den Standorten der Reka-Zentren. Diese boten familiengerechte Umgebung an attraktiven Lagen und es herrscht Betrieb von früh bis spät. In jenem Jahr war der Jura an der Reihe, Montfaucon. Unseren Girls war das egal, Hauptsache Spielplatz. 

 

Auf Vorschlag des Rekabüros radelten wir eines schönen Morgens in Richtung Saignelégier. Erica und ich schufteten in die Pedalen, während Corinne und Stefanie auf den Kindersitzen die Fahrt genossen, hie und da auf unsere Rücken schlugen und übermütig 'Hopp hopp' riefen. Staubige und holprige Wege waren die Herausforderung. Aber bald verwandelten sich die kargen Juraweiden mit bestandenen Tannen in eine liebliche Moorlandschaft. Dicke Torfschichten kündeten eine besondere Gegend an. Diskrete Tafeln kündeten Naturschutzgebiet an. Wir parkierten unsere Velos und nach kurzem Fussmarsch, standen wir am Ziel: Etang de la Gruère! Ein mooriges Gewässer umgeben von dunklen Tannen, zwischen denen sich grasbewachsene Picknick-Plätze einnisteten. Ein wahres Paradies. Nicht einfach schön, sondern zauberhaft. Die Stimmung und Ruhe, die sich über den Moorsee legte, war einzigartig. Es dünkte mich, als würden alle Menschen am See aus Ehrfurcht und Ergriffenheit nur noch flüstern und ihre Füsse extra vorsichtig auf die Erde setzen.

 

Und als quer über den See der Gesang einer ringelreihe-hüpfenden Schulklasse ertönte, war die Idylle perfekt. Wie ein feiner Engelsgesang rauschten die Töne durch die Luft. «Papi, was singed die Chinde?» die Frage von Corinne brachte auch meine abwesenden Gedanken wieder in die Wirklichkeit zurück. «Ringelringelreihe auf französisch», vermutete ich. Auf meine Französischkenntnisse war nicht wirklich Verlass. Und das Familienprogramm ging munter mit Picknick und mit 'Ich gse, was du nöd gsesch' weiter.

 

Warum mich dieser Flecken Erde noch 30 Jahre später fasziniert berührt, kann ich nicht begründen. War es die Ruhe? War es der liebliche Anblick? War es die momentane Entführung meiner Gedanken in eine andere Welt? Oder war es einfach diese unerwartete Wende von kargen Juraweiden zu üppiger Naturpracht? Ich weiss nur. Für mich ist der Etang de la Gruère mehr als einfach traumhafter Ort. Da will ich wieder hin. 

MARKUS R-U-F
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