Ohne Halt bis 50

50. Geburtstag

ES WÄRE FÜR MICH UNDENKBAR, den 7. Mai ohne kleineres oder grösseres Fest passieren zu lassen. Schon als Bub fühlte sich dieser Tag besonders an, wie wenn man am Dreikönigstag die Krone tragen darf. Ein beglückendes, unbeschwertes und erhabenes Gefühl. Jedes Jahr, immer wieder.

 

Bis zum 50. Geburtstag. Da machte es Click und irgend etwas in mir realisierte, 'Kapiere Markus, vor dir ist der Weg kürzer als hinter dir!'. Die Hälfte des Lebens ist gelebt. Und jetzt? Plötzlich platzte in die Unbeschwertheit der Geburtstage ein kalkulierender Gedanke: Meine Zeit ist nicht unbeschränkt. Und unaufhaltbar breitete sich dieser in meinem Denken aus. Hinter mir die Zeit des Aufstieges: Ausbildung, Beruf, Familie, Unternehmen, Haus, Wohlstand. Wo liegen jetzt die Herausforderungen? Und was ist mit meinen verdrängten Ideen, die ich immer auf später verschoben habe? Ist jetzt die Zeit zur Realisierung? Oder schiebe ich diese weiterhin vor mich hin? Und überhaupt, was tun? Ein tolles Auto kaufen? Mit einem geilen Motorrad herumfahren? Sixpacks antrainieren? Einen Hipsterbart wachsen lassen oder eine Karriere auf dem Golfplatz? Nein, es war die Muse, die zur Verwirklichung drängte.

 

Kommt Zeit, kommt Rat? Doch zuerst kam der 50. Geburtstag. Ganz nach meiner Art musste der gefeiert werden. Und zwar so, dass er Freude und lebenslange Erinnerung auslöste, in mir, meiner Familie und allen eingeladenen Freunden, Nachbarn und Wegbegleitern. Und so setzte ich einen Traum für einen Tag in Realität um. Mit dem Trans-Europa-Express kurvten wir durch die halbe Schweiz. Jener Zug, der in frühen Jahren als absolute Innovation der SBB galt, der in kürzester Zeit über den Gotthard nach Milano raste, der Ansehen und Exklusiviät versprühte und den ich schon als kleiner Junge auf dem Bahnhof Zug bestaunte. Unzählige Male bin ich zum Bahnhof hinuntergerannt und habe ganz vorne auf dem Perron eins den Zug samt Lokführer bestaunt. Noch später, als Unternehmer, war ich neidisch auf die Lokführer: ein vorgegebener Auftrag, ein eklarer Anfang und ein klares Ende des Arbeitstages und kein Homeoffice. Doch es gibt Träume, die eignen sich nicht für die Wirklichkeit.

Mein Leben verlief anders. Aber geblieben ist meine Faszination für Schienen. Ohne chaotisches Stop and Go auf vorgegebenem Weg in ruhigen, harmonischen Kurven zum Ziel finden. Das ist es, was ich mir auch für meinen Alltag wünschte.

MARKUS R-U-F
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